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Frühjahrstagung der Landesgruppe Hessen bei Durst Malz in Gernsheim

 

Zur diesjährigen Frühjahrstagung luden uns die Heinrich Durst Malzfabriken am 14.03.2014 nach Gernsheim ein.

DURST MALZ wurde im Jahre 1824 in Heidelsheim bei Bruchsal gegründet. Heute verfügt die Gruppe mit den weiteren Standorten Gernsheim und Castrop-Rauxel über eine jährliche Kapazität von 200.000 Tonnen Malz. An allen Standorten kann jedes gewünschte Malz hergestellt werden. Der Versand erfolgt je nach Standort durch LKW, Container, Bahn oder Schiff innerhalb Deutschlands oder weltweit.

Da auch aus zeitlichen Gründen der doch so wichtige Kontakt mit den Mälzern nicht mehr so gepflegt wird wie es wünschenswert ist, nahmen viele Mitglieder der Landesgruppe die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit einer Mälzerei gerne war. So bemerkte auch der ein oder andere Kollege schon am Treffpunkt bei den Silos, wie schön es doch sei, wieder einmal den Geruch von Grünmalz zu schnuppern.

 

LG-Hessen-Gruppenfoto-Durst

 

Nach der Begrüßung durch den Betriebsleiter Berthold Klee ging es in dann in zwei Gruppen durch den Betrieb. In Gernsheim können auf zwei Linien jährlich 86.000 Malz verarbeitet werden. Damit kein Kundenwunsch unerfüllt bleibt, sind große Silokapazitäten notwendig, werden doch bis zu 10 verschiedene Gerstensorten verarbeitet. Drei Rundkästen mit je 250 to, 4 Rundkästen mit je 150 to und 4 Saladinkästen mit je 75 to versorgen vier Darren mit je 125 bzw. 150 to Fassungsvermögen. Die vollautomatischen 2-Horden-Darren mit Luftumkehr-Verfahren ermöglichen besonders energiesparendes und schonendes Darren innerhalb von 48 Stunden. Indirektes Heizen ist selbstverständlich (1 Heißwasserdarre, 1 Anox Lufterhitzer). Ein BHKW sorgt mit einer elektrischen Leistung von 2 x 350 kW für die Beheizung der Darren mit Heißwasser. Die beiden zwölf Zylinder Aggregate der Fa. MTU laufen rund 8.000 Stunden pro Jahr und erbringen dabei eine Einsparung von etwa 20 % an thermischer und 50 % an elektrischer Energie. Zur Kühlung stehen 2 Anlagen mit je drei Schraubenverdichtern mit 4 to Ammoniak zur Verfügung.

Im anschließenden Vortrag über den aktuellen Stand der Sortenversuche beeindruckte der Technische Leiter Alfred Kroiher mit seinem umfangreichen Fachwissen, das an dieser Stelle nur in Auszügen wiedergegeben werden kann. DURST MALZ führt in Zusammenarbeit mit Schwabenmalz und der RWZ jährlich umfangreiche Sortenversuche durch. Die Gersten der Streifenversuche aller Standorte können bei DURST MALZ kleinvermälzt werden. Die gefragtesten Sommerbraugerstensorten zur Zeit sind: Propino, Grace, Quench und Marthe, die wohl durch Catamaran ersetzt werden wird. Die Sorte Avalon sieht sehr vielversprechend aus und wird auf einigen Standorten in Deutschland für das Berliner Programm großtechnisch angebaut. Bei Winterbraugerste sind nach wie vor Wintmalt und Malwinta dominierend. Die neue Sorte Tepee hat sehr gute Mälzungseigenschaften und wird für die Ernte 2014 großtechnisch geprüft. Allerdings ist auch öfters zu beobachten, dass der Standort größeren Einfluss auf die Qualitäten hat als die Sorte selbst. Düngeversuche mit 70 oder 100 kg N brachten bei 100 kg N höhere Erträge mit dem Risiko, dass bei entsprechender Witterung jedoch der Eiweißgehalt zu hoch werden kann.

 


In der Tagung bescheinigten Kassenprüfer Rüdiger Gruß und Dr. Christian Zürcher Schatzmeister Mathias Wild tadellose Arbeit, so dass die von Dr. Zürcher beantragte Entlastung einstimmig erfolgte.

Landesgruppen Vorsitzender Dr. Marc Rauschmann stellte Dirk Sayer von der Licher Brauerei als kommissarischen Schriftführer vor und erläuterte Details zur Herbstfahrt nach Regensburg vom 10. – 12.Oktober 2012. Der Nikolausstammtisch wird am 5. Dezember voraussichtlich in Lich stattfinden. Mitglieder, deren E-Mail Adresse sich geändert hat, werden gebeten, die aktuelle dem Vorstand mitzuteilen.

Bei Essen vom Buffet und süffigem Bier, gebraut in der Vilser Bergbrauerei von Herrn Hiby-Durst, klang der Abend gemütlich aus. Vorstand und Teilnehmer möchten sich bei DURST MALZ noch einmal ganz herzlich für den informativen Besuch und die freundliche Bewirtung bedanken.

Gunnar Schütz